Melancholic

25 09 2009

Unser Lesetipp (junge) Literatur für diese Woche:

Melodys Spiel“ von Melancholic.twitter11111111





Zeder

18 09 2009

twitter1111111Unser Lesetipp (junge) Literatur für diese Woche:

Fährmann“ von Zeder.





Ein Wettbewerb

13 09 2009

wettbewerbWie schon in dem entsprechenden  Thread über die Gründung der Ininative „keinejugend.de “ angekündigt, beginnt morgen unser kleiner Wettbewerb, den wir gemeinsam mit dem
Literaturforum „ LiFo“ und mit freundlicher Unterstützung des  Wache-Verlages veranstalten.

Näheres über die Teilnahmebedingungen, die Jury und überhaupt entnehmen alle Interessierten bitte dem Blog, den das „LiFo“ netter weise zur Verfügung gestellt hat. Sollte es dennoch noch Nachfragen geben, stehen wir für diese natürlich gerne zur Verfügung.

Interessant an dem Wettbewerb ist auch die Tatsache, dass unsere jungen Kollegen gegen zum Teil bedeutend ältere Kollegen des „LiFo“ antreten werden, es wird eine beeindruckende Demonstration werden, dass es sich bei Jugendliteratur eben nicht um „die Texte 17jähriger, die sich schneiden“ handelt, wie die Werke der jungen Kollegen hier bei KV gerne diskriminiert werden.

Die Preise stehen noch nicht ganz fest, es wird kleinere Sachpreise, vor allem Bücher für die Sieger geben, aber wer Preise spenden möchte, auch Bücher, zum Beispiel: Immer gerne. Ein Hinweis dazu: Es geht hier natürlich nicht um eine elegante Form der Abfallentsorgung.

Niemand, außer mir, fand den Titel des Wettbewerbes bisher erläuterungsbedürftig, für alle, die ähnlich fantasielos sind wie ich: Es handelt sich bei „Kopflast“ um alles, was den Kopf eben belastet, bis hin zur Sucht.

Der Wettbewerb wird auf freundschaftlicher Basis veranstaltet, das „LiFo“ und wir sehen uns als Partner, die diese Partnerschaft wahrscheinlich ausbauen werden. Nicht als Gegner, trotzdem:

KV-Jugend:  Bom-Ba-Ye. Bitte.

Allen Teilnehmern, Veranstaltern, Jurymitgliedern und sonstigen Interessenten wünsche ich bei dem Wettbewerb allen Erfolg der Welt, und vor allem: Freude, sie ist das wichtigste: es soll Spaß machen.





Naoko

11 09 2009

twitter111111Unser Lesetipp (junge) Literatur für diese Woche:

Schutt“ von Naoko.





Die Jugendanthologie und ihre Folgen…

11 09 2009

Im Zuge der letzten Arbeiten an der ersten Jugendanthologie sind in Gesprächen mit dem Verlag und darüber hinaus weitere Projektideen aufgekommen, die vor allem auf die große Anzahl an jungen Autoren bei KeinVerlag de. zugeschnitten sind.

Zur Koordinierung dieser Projektarbeiten wird mittelfristig die Homepage keinejugend.de entstehen.

Die Leitung dieser Homepage wird dieses Redaktionsteam übernehmen. Dafür suchen wir Redakteure unter den Jungautoren (bis 24 Jahre). Auch ältere kVler sind in beratenden Funktionen herzlich willkommen. (Falls Ihr Interesse habt, schreibt einfach jemanden aus dem keineJugend-Team an.)

Zur Repräsentation von keineJugend.de wurde auf keinVerlag.de eine Arbeitsgruppe gegründet.

Dann speeld man good…





Mirjam

4 09 2009

twitter111111Unser Lesetipp (junge) Literatur für diese Woche:

Lautloses Portrait“ von Mirjam





Der Geschmack von Schokolade

4 09 2009

von Struppigel

bild2Unser narbengesichtiger Chef stand schon seit zwei Stunden mitten in der knöchelhohen Schlammpfütze und brüllte Befehle. „Los, los, bewegt eure Ärsche! Eine Reihe! Liegestütze!“ Wir hatten die Wassereimer am 500 Schritt entfernten Fluss gefüllt, Feuerholz gesammelt, waren danach mehrere Runden um den Hof gerannt, hatten die Trittfallen überprüft und die Scheißhaufen von der Lagerstelle entfernt. Der Chef war nicht zu bremsen. Schuld daran war nur das Essen. Das Essen, das immer fehlte. Das Narbengesicht meinte, es läge an unserer Kondition. Mehr Kondition bedeutete mehr Essen. Essen bedeutete alles. „Schneller, nicht so schlapp!“ Mein Körper funktionierte automatisch. Hoch, runter, hoch, runter und immer wieder titschte ich dabei mit dem Gesicht in den Schlamm. Einige der anderen hatten bestimmt bessere Stellen erwischt. Ich sah zu meinem Nebenmann. Krebskopf grinste mich an, verzog sein Gesicht aber gleich wieder angestrengt. Weiter hinten kippte einer der drei Neuen um, die vorgestern zu uns gestoßen waren. Sie hatten ganz abgerissen ausgesehen, aber wir konnten jeden hier gebrauchen. Es war sogar eine Frau unter ihnen. Narbengesicht trat schnurstracks aus seiner Pfütze, ging auf den Schlappschwanz zu und schlug ihm mit seinem glänzenden Metallknüppel auf den Rücken. Ich glaubte, etwas knacken zu hören. „Aufstehen!“, brüllte Narbengesicht „Wegbringen!“. Wir erhoben uns. Einige schleppten den am Boden Liegenden in die Grube, die anderen fläzten sich auf die Baumstämme an unserer Feuerstelle oder gingen pissen. Der Schmerz in meinen Gliedern und meinem leeren Magen machte sich bemerkbar. Ich musste mich ablenken.
Im zerfallenen Haus neben dem Hof schnappte ich mir eins der zahlreichen Bücher, die ich schon gestern durchstöbert hatte. Nicht alle waren gut erhalten. Ein Loch in der Wand und zwei an der Decke hatten sie teilweise der Witterung ausgesetzt. Die Bücher mit den Abbildungen von Essen gehörten allein dem Chef. Eines davon hatte er selbst beim Schlafen dabei. Manchmal ließ er sich daraus vorlesen. Nur zwei aus unserer Truppe konnten das: Stummel und Krebskopf. Das Buch von Narbengesicht trug den Namen „Schokolade – Rezepte aus aller Welt“. Ich fand das Gelesene langweilig. Aber die Bilder, die ich bisher hatte erhaschen können, sahen ansprechend aus. Vor allem solche mit den roten, gepunkteten Erdbeeren drauf. Narbengesicht predigte manchmal davon. Wir sollten uns anstrengen und nach Höherem streben. Irgendwann würden wir auch Schokolade essen können, spätestens aber nach dem Tod. Krebskopf meinte, der Chef hätte einmal ein Stück davon genascht. Seitdem wüsste er, was der Himmel auf Erden sei. Ich wurde den Gedanken nicht los, dass es die Schokolade in Wirklichkeit gar nicht gab und nie gegeben hatte, dass sie nur ein Irrglaube war, der uns funktionieren lassen sollte. Ein Traum von gut schmeckendem Schlamm und davon, dass das Unangenehme auch angenehm sein konnte.
Wir alle träumten manchmal solchen Paradies-Quatsch neben den zerfetzenden Bildern, die jeden quälten. Dann wollte man ihn um alles in der Welt festhalten und nicht vergessen, wollte ihn real werden lassen. Der Zwang zu behalten, konnte einen Glauben machen, alles wäre wirklich da gewesen. Vielleicht war dem Narbengesicht so etwas passiert. Aber das sprach ich nicht aus. Sie alle lauschten ihm immer gebannt, wenn er von der Schokolade schwärmte, die verschiedenen Sorten runterbetete, von Zartbitter- über Nuss- bis Vollmilchschokolade. Sogar weiße Schokolade sollte es geben, aber die sei minderwertig, nichts im Vergleich zu dem sinnlichen Kakao in der braunen Masse. Was „sinnlich“ bedeutete und was „Kakao“ war, wusste ich nicht.
Ich fand in dem Haus ein Buch aus Plastik mit großen Bildern darin und ergötze mich an ihnen. Da waren kleine Menschen drauf, viele bunte Dinge und vor allem Tiere. Wir hatten schon seit Wochen keine Tiere mehr gesehen, die wir hätten töten und schlachten können. Mir lief das Wasser im Mund zusammen.

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