Tönerne schwarze Wolken und lehmige schwarze Tränen.

2 08 2008

von LyraBerethil

bild2Gestern ist mir der große Zeh abgebrochen, der rechte. Einfach so, beim Laufen. Wahrscheinlich ob meines Ganges, der in letzter Zeit immer tiefer und schlurfender wurde, vielleicht ob meines Kniegelenkes, das sich mit jedem Schritt ein wenig mehr abreibt.

Ich hab ein Pflaster über die Wunde geklebt, um keinen Dreck hinein zu bekommen. Und mein dummer Fuß hat nicht bemerkt, dass ihm der Zeh fehlte, hat sich einfach weitergewälzt und den Zeh unter sich begraben. Der dumme, dumme Fuß. Jeden Schritt, den ich gehe, drängen sich mir Schmerzen durch die Beine, kalt und grau pfeift der Wind durch die Stelle, wo ehemals der große Zeh war, kalt und grau zieht es zum Knie hinauf und heiß und brennend weiter. Jeder Schritt reibt mir die Knie auf. Ich bin in die Apotheke gegangen und sagte, ich wolle eine große Mullbinde. Am besten gleich zwei und in der Apotheke hab ich sofort meine Knie verbunden, damit ich diese verdammte Stelle nicht mehr sehen muss, wo sich der Schmerz hinauf frisst. Wie ein übergroßer Kopf, wie eine große Eiterbeule schlingt sich der Verband um die Gelenke und ich sehe trotzdem noch die Stelle, wo die Knie sich abreiben und fühle den Sand in den Mullbinden.

Meine Füße nur noch schwarze tönerne Stummel, meine Beine schwarze tönerne Stöcke.

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