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22 02 2008

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Die Jugendanthologie, der Jugendanthologieblog: Alles jetzt auch bei Google.




fürsorge

22 02 2008

von ungesagt

wann immer
du mich
bedroht siehst
von meinen abgründen
legst du mir
liebevoll eine schlinge
um den hals
mich beim sturz
zu packen





Die Jugendanthologie wird erscheinen

9 02 2008
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und zwar im Synonym Verlag, morgen werden die Autorenvereinbarungen verschickt. Wie üblich bleiben die Urheberrechte an den Texten bei den Autoren, wie üblich entstehen dem Verein KeinVerlag e.V., der dieses Projekt im Rahmen der Jugendarbeit durchführt,außer den Kosten für das übliche Marketing, keine weiteren Kosten. Dafür können den Autoren leider keine Honorare gezahlt und auch keine Freiexemplare angeboten werden.
Die Auflage der ersten Ausgabe wird bei 500 Exemplaren liegen, der Verkaufspreis bei acht Euro.Die Liste der Autoren, die gedruckt werden, haben wir bereits veröffentlicht.

Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Synonym Verlag, mit Frau Doreen Knorr – Kasalka, sehr und danken für die bisherige Unterstützung.





pierre

9 02 2008

von tausendschön

Vorgelesen von MagunSimurgh

bild3es wintert kalt in diesem letzten monat, frostig, wie um den höhepunkt eines kalten jahres zu verkünden. ich bin auf besuch, wir sitzen im wohnzimmer und diskutieren, mein vater und ich. vielleicht hatten wir gehofft, der frost verhindere die gemeinen kleinen, heißen funken, die wir in jedem unserer gespräche versprenkeln, trotzdem wir nur über das wetter reden. der frost tut uns nicht den gefallen, so streiten wir eben wie üblich, diesmal über merkmale von jahreszeiten im allgemeinen und über die vergangenen wochen im ganz besonderen. er nennt sie herbst, denn das laub war rot, aber ich habe ganz deutlich den frühling gerochen, und ihr seht schon, daß wir niemals auf eine nenner kommen werden. wir diskutieren trotzdem, laut und mit verschränkten armen und bisweilen mit einem leichten anflug von verlegenheit kämpfend, wissen wir doch beide, daß wir über unterschiedliche dinge reden und daß die luft meiner neuen heimat ganz anders riecht, und, nebenbei bemerkt, auch wärmer ist. meine mutter indes schält diese mandarine mit ihren rührenden abgekauten kleinen fingernägeln. tatsächlich ist es mehr ein versuch, denn sie behält den ganzen abend die gleiche mandarine in der hand. es ist nicht ihre erste – sie probiert es jeden winterabend, und es kommt nur selten einmal vor, daß sie es schafft, eine ganze mandarine zu schälen. ich verstehe nicht, warum sie es tut, vielleicht um ihren trotz über die fingernagelreste zu besiegeln, denn am ende des abends ist die mandarine zu matschig, um noch eßbar zu sein. von zeit zu zeit schaut meine mutter mit traurigen augen auf ihre mandarineschälenden finger, aber nie in meiner gegenwart wurde sie je von einer unzufriedenheit übermannt, und zu jeder neuen dunkelheit scheint das blatt neu gemischt. mein bruder pierre starrt meine mutter an, wenn sie sich mandarinensaft aus den augen wischt, er starrt ihr in die augen, in denen zwischen zwei augenzwinkern einmal kurz meine zu bunte strumpfhose aufleuchtet. er starrt auch meinen vater an, seine lässig geknackten nüsse und die schmal gewordenen schultern, und ich bin mir nicht sicher, ob er auch sieht, und auf die gleiche art, was ich sehe: wie eine ungeübt zitternde hand durch den grauen kranz im dunklen haar streicht. mein bruder jedenfalls steht auf und geht ohne gruß in sein zimmer, ich weiß nicht: holt er das verrückte streichholzschloß, an dem er jeden abend baut, oder geht er ins bett. er ist ein zweifelhafter mensch, schon seine geburt war zweifelhaft, ich erinnere mich nicht recht daran, nur an den tag, der ihr vorausging: ein tag wie weihnachten, keine geschenke, aber friedlich und schön, ein tag leben, und dann kam er. ich weiß nicht, ob es an ihm hing, kurze zeit später kam diese weihnachtliche stimmung nicht einmal mehr bei geschenken auf. doch er blieb, pierre, ruhig wie ein stein, vielleicht hat er einfach nur keinen verstand, den er verlieren kann (dann hat er wirklich glück), oder er ist wirklich ein stein. manchmal frage ich mich, wieviel zeit seit seiner geburt verstrichen ist, so viel kann es wirklich nicht gewesen sein, und doch, so meine ich, wäre es für ihn an der zeit, hier rauszukommen. aber so viel weiß ich von ihm: er geht nicht. und plötzlich weiß ich auch, daß er die zitternde hand gesehen hat.
er kommt zurück aus seinem zimmer. in den händen hält er kein streichholzschloß. schon gar nicht für mich. in der einen hand hält er ein messer. mit der anderen öffnet er das fenster. er schweigt und stellt sich zurück an die türe. er braucht kein messer. er will sicher gehen. ich bewege mich zum fenster, drehe mich nicht um. nicht nach zwei gesenkten augenpaaren. ich will sie nicht hören, nicht die augen und nicht seine stimme. doch ich höre sie. pierre schweigt.
mein kopf hat seine stimme: du bist nicht meine schwester
ich kam danach
ich falle





Eine Jugendanthologie

9 02 2008

 

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Als Projekt im Rahmen der Jugendarbeit entsteht zur Zeit die Jugendanthologie bei KeinVerlag. e.V., eine Anthologie, die komplett von jugendlichen Autoren von keinverlag.de gestaltet und herausgegeben wird. Das Projekt wurde lediglich beratend betreut von dem ehemaligen Jugendvertreter unseres Vereines, Andreas Hempler, ansonsten wird das Buch vom Cover bis zur Textauswahl, und allem, was sonst dazu gehört, komplett von den 13 bis 21jährigen Autoren editiert werden. Nähere Angaben über den Ablauf und die Form dieser Arbeit finden sich bei keinverlag.de und auf dieser Seite im Jugendbereich.
Die Jugendanthologie ist ein erster Schritt zu einer Intensivierung der Jugendarbeit unseres Vereines, weitere Projekte sind in Planung, – die Jugendarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Vereinsarbeit und soll es auch bleiben.