Endspurt

17 06 2009

coverAnlässlich der Mitgliederversammlung am 13. Juni 2009 in Minden wurde von den Mitgliedern beschlossen, die Verlagsuche für unsere Anthologie noch bis September fortzusetzen und zu intensivieren.

Danach soll die Anthologie für die Publikation im Selbstverlag vorbereitet werden, – sollten diese Bemühungen erfolglos bleiben, – und gegen Weihnachten erscheinen.

Na, dann..





Sommerasphalt

17 06 2009

von Zeder

Mit unfähigen Fingern versuchst du nun zum dritten Mal dir eine Zigarette zu drehen, das Blättchen reißt erneut, du beachtest es nicht und greifst zur Packung, um ein Neues heraus zu ziehen. Mir zeigt sich das Bild von einem Balkon voll von zerrissenen Blättchen. Ich weiß nicht, ob du genug Packungen dabei hast, deshalb frage ich. Die Packung füllt sich immer wieder auf, sagst du, weil es eine Zauberpackung ist.
Wir kichern und sehen zum Himmel, der sich irgendwo im Nichts auflöst und sich nicht mehr neu bilden will. Er flimmert nun schwarzweiß wie Fernsehschnee. Ich frage ihn, warum. Er antwortet mir, das Programm sei ausgefallen. Das ist einleuchtend, deshalb höre ich auf mich darüber zu wundern. Ich betrachte dich und möchte, dass du mir etwas erzählst, denn dein Kopf ist verformt und deine Augen größer als gewöhnlich. Deine Backen wölben sich im Birnenformat unter deinen Haaren hervor. Ich kichere. Du rufst einem Jungen, der unter uns die Welt kreuzt, zu, dass er dir eine Zigarette hoch werfen soll, er guckt nach oben und geht dann schneller weiter Richtung Horizont. Ich schätze ihn auf ungefähr neun und werfe ihm ein Blättchen an den Kopf, doch es segelt nur zart wie Schnee durch das Nachmittagslicht und kommt nie auf der Erde an. Der Junge ist schon lange aus der Welt verschwunden.
Du sagst, dass du gerne sterben möchtest. Nickend sage ich: Ich weiß.
Und du beginnst zu erzählen. Damals als du am Meer warst, mit sechs oder sieben, da bist du nackt auf nassen Steinen hin und her gehüpft und hast gesummt und das Wasser schlug beständig seine Arme gegen die Steine und durchflutete sie und trug Algen und Muscheln und Ozeansand hin und her. Und du sprangst erneut ab, hin zu nächsten Stein, der die Form einer Lunge hatte, und bemerktest, dass du dabei bist zu fallen, hinein in die Arme, die fast warm waren und dich hinunterdrückten, und dann sahst du grünes Licht und spürtest Stille und wusstest, dass es nun so weit ist. Genau in diesem Moment möchtest du gestorben sein, sagst du. Mit dem Mund voll Meerwasser, weil man dann im nächsten Leben eine Meerjungfrau wird.
Die Szene wechselt, wir sind auf den Weg in deine Küche und begutachten die Einrichtung und versuchen zu beurteilen was überflüssig ist. Der Toaster, schlage ich vor. Du nickst und greifst danach, gehst hinüber zum Balkon und lässt ihn fallen. Ein dumpfer Aufprall, von einem Scheppern begleitet, erklingt. Im Zurückkommen greifst du zur Obstschale. Wenn ich eigentlich schon tot bin, sagst du, brauche ich auch kein Essen mehr. Ich nehme dir die Schale ab und werfe die Orangen und die Äpfel nach einander auf den Sommerasphalt – sie zerplatzen. Hinterher die orangene Plastikschale, sie dreht sich im Fall und springt in einigen Verenkungen die Straße auf und ab, weil sie nichts findet, wo sie hin gehört. Als ich mich umdrehe, kommst du gerade in die Küche zurück, die Arme, die doch eigentlich tot sind, beladen mit Büchern, und wir beginnen kichernd Hermann Hesse auf die kahle Straße zu werfen – die Buchrücken krümmen sich und schreien und wir lachen und zeigen mit unseren Fingern auf sie. Du reißt Seite um Seite aus, um sie dem Himmel entgegen zu werfen und rufst: Geschenke! Geschenke! Ich kichere ausgelassen und halte dann inne, denn ich sehe plötzlich, wie ein Ansatz von Flügeln aus deinem Rücken wächst, sie stechen schon nach hinten an die Hauswand und wollen sich ausbreiten und du schaust mich mit deinen zu großen Augen an, wir berühren die weißen Federn und ich möchte dein Gesicht streicheln, denn du weinst nun leise vor dich hin, doch der Platz reicht nicht mehr, du drängst mich zurück in die Küche und steigst dann auf dein Geländer, hüpfst und rufst zu irgendjemanden, nur nicht zu mir, dass du jetzt fliegen kannst und du siehst endlich wieder einmal glücklich aus. Mir kommt in den Sinn, dass dein Programm, wegen Störung, schon lange ausgefallen ist und ich renne zum Fenster, um dir nach zu schauen. Später dann Sirenen, keine Meerjungfrauen. Dein Rücken krümmt sich auf dem Sommerasphalt und ich bewerfe deinen Kopf mit Zauberblättchen, die wie Schnee hinabrieseln. Du hast doch den Winter so geliebt.





Neuigkeiten von der Anthologie

21 05 2009

hope

Im April umfasst der Verlagspool ca. 30 Verlage. Inzwischen haben wir etwa 50 Verlage       angeschrieben und kontaktiert.

Bis Ende Mai sind geplant:

Eine Rundmail an alle Autoren, zu einer Umfrage betreffend dem Schicksal der Anthologie.

Neue Threads im Jugendforum, in Zusammenarbeit mit Kindermund, und ein paar neue Aktionen die die Jugend bei KV wieder mehr fördern sollen.

Die Umfrage zum “Schicksal der Anthologie” wird zusätzlich per interner Nachricht bei KV vorgestellt.

Während der Mitgliedsversammlung von 12-14. Juni in Minden werden wir unser Projekt und die bisherigen Ergebnisse den übrigen Mitgliedern vorstellen. Ausserdem werden wir dort entscheiden was mit der Anthologie passieren soll.





Neues Team

2 03 2009

Nach der gescheiterten Zusammenarbeit mit dem Synonym-Verlag hat sich ein neues Team gebildet, das gemeinsam einen Verlag für die Jugendanthologie suchen will.

Erste Vorbereitungen wurden getroffen, wer uns aber mit Tipps oder Kritik helfen will: Immer gerne. Besonders immer gerne: Hinweise auf Verlage, die an einer Zusammenarbeit mit uns interessiert sein könnten. Oder falls uns ein Verlag kontaktieren möchte:

endredaktion@online.de

Ansonsten bleibt noch die Option des Selbstverlages…

Wir werden sehen.





Rippenbohrend

2 03 2009

von AnNa17

Ich meine, eigentlich ist es ja gewohnt.
Sitze auf diesem Stein und schaue.
Stehe, sitze, renne.
Orangenen Laternen nachschauend.
Nie war mir wirklich klar, was ich da durch die Luft werfe.
Kein Handyklingeln.
Ich hatte halt keine Lust. Immer soll.
Aber nur.
Und pustend beneide ich.
Es war das Gleichgültige.
Aber heute.
Zum ersten Mal spüre ich die
aufgeriebene Haut- die
Steinchen in meinem Schuh.


Neujahr 2009: Wir sind jetzt bei KV ein eingetragenes Team (Denk mal, Keinverlag sucht Verlag) und haben sogar ein eigenes Forum.

Die KV-Jugend und auch alle anderen KV-User sprechen Andreas Hempler ihr vollstest Vertrauen für das Anthologieprojekt aus.





Zusammenarbeit gescheitert

17 12 2008

Heute wurde, wegen anhaltender Kommunikationsprobleme, die Zusammenarbeit zwischen dem Synonym- Verlag und dem Verein KeinVerlag e.V. in beiderseitigem Einverständnis für beendet erklärt. Der Verein KeinVerlag e.V. bedankt sich in meinem Namen bei Frau Knorr- Kasalka für die bisher geleistete Arbeit.

Somit verschiebt sich die Veröffentlichung der Anthologie auf erst einmal unbestimmte Zeit, es wird aber weitergehen. Ein neues Team hat sich formiert oder formiert sich gerade, das mit der fertigen Anthologie auf Verlagssuche gehen wird, bisher werden erste Ideen gesammelt. Wer sich dem Team anschließen möchte, der melde sich bitte unter

endredaktion@online.de,

es sollten sich nur Mitglieder des Jugendbereiches von KeinVerlag de. melden (13- 21 Jahre), Vorkenntnisse werden nicht erwartet, die haben wir ja alle nicht. Wir sind aber für jede Unterstützung, auch von den so genannten Erwachsenen, dankbar.

Für diese Verlagssuche wurde zuerst einmal eine Frist bis zur nächsten Mitgliederversammlung gesetzt, um erste, auf jeden Fall aber: konkrete Ergebnisse zu präsentieren, auf der werden die Mitglieder dann das weitere Vorgehen für dieses Projekt entscheiden. Die Jugendanthologie wird auf jeden Fall erscheinen, es gibt noch die Option des Selbstverlages.

Ob ich selbst weiterhin die Teamleitung (und meinen Sitz im Vorstand) behalten soll, entscheiden zur Zeit die Vereinsmitglieder, wie sagen Politiker immer so schön: Für die Verzögerungen bei der Publikation der Anthologie übernehme ich die Verantwortung.

Und entschuldige mich dafür bei allen Betroffenen und Interessierten, vor allem aber bei den Autoren der Jugendanthologie, dem Team der Endredaktion und überhaupt,

es tut mir sehr, sehr leid,

Andreas Hempler





schreibmaschine

24 10 2008

heißt die Berliner Jugendzeitung, in deren zweiter Ausgabe wieder einige Texte einiger Autoren unserer Anthologie veröffentlicht wurden, und zwar von

BInspired , LyraBerethil , para.gone und Zeder,

den Autorinnen: Herzlichen Glückwunsch, und dem Team der schreibmaschine ebenso zur gelungenen zweiten Ausgabe.





Eine Umfrage

28 09 2008

Die Autoren der Jugendanthologie sind schon benachrichtigt worden, es gibt eine neue Umfrage zur Jugendanthologie, da die alte mitsamt aller Daten bei einem Serverumzug des Anbieters abgestürzt ist. Am ersten Tag haben sich bereits 14 Kollegen beteiligt, von 45 Autoren, die Mathematiker unter Euch mögen den Prozentsatz da einmal selbst ermitteln, bitte. Allen, die sich beteiligt haben: Ganz herzlichen Dank. Sollte sich jemand außer Konkurrenz gewissermaßen an der Umfrage beteiligen wollen, bitte Mail an das Team oder an mich, grundsätzlich kann sich jeder Autor (aus dem Jugendbereich!) an der Umfrage beteiligen, eben auch diejenigen, die dieses Mal noch nicht veröffentlicht werden.

Ansonsten gehen die Texte am kommenden Wochenende an den Verlag, das ist der aktuelle Stand der Dinge…





Neuester Stand

9 09 2008

  • Die Jugendanthologie wird Weihnachten 2008 erscheinen, nicht wie geplant im Sommer 2008
  • Der Titel „denk mal“ ist soweit akzeptiert, die Verlegerin, Synonym, will ihn aber für sich noch einmal in Bezug zu den Texten setzten. Die Antho wird „denk mal“ „Jugendanthologie“ heißen, also nicht: “Eine Jugendanthologie”
  • Auch das Cover von tausendschön gefällt ihr soweit, aber wie im vorigen Punkt gilt: Synonym muss zuerst die Texte noch einmal lesen.
  • An der Textauswahl wird es keinerlei Änderungen geben. Für die leeren Seiten zwischen den Texten wird Synonym uns Grafiken anbieten, wir erhalten von jedem Entwurf ein PDF. Natürlich können wir auch selbst Grafiken vorschlagen, also Ihr, – das Team informiert Euch da rechtzeitig
  • Die Texte werden in den nächsten Wochen lektoriert werden, von Sabine Isaban. Es gab aber schon fünf Korrekturdurchläufe des Teams
  • Die Verlegerin wünscht sich ein Vorwort, das soll ich schreiben, und ein Nachwort, geschrieben von einem Teammitglied. Oder von einem von Euch? Hier hat sich Persephone schon angeboten: Ganz herzlichen Dank.
  • Sobald die Antho in Druck geht, beginnen die Werbeaktionen, Pressemitteilungen usw., ein Großteil der Aktionen wird Aufgabe des Vereines sein, aber auch hier sind wir für jede Unterstützung dankbar.

Alles Weitere könnt Ihr auf diesem Blog , oder in den entsprechenden Foren bei KeinVerlag, nachlesen, auch hier sind wir für jede Anregung, Hilfe, Kritik usw. dankbar.

Überhaupt sind wir allen, die uns bei unserer Arbeit unterstützt haben oder noch unterstützen wollen sehr dankbar:

Danke sehr.





Tönerne schwarze Wolken und lehmige schwarze Tränen.

2 08 2008

von LyraBerethil

Gestern ist mir der große Zeh abgebrochen, der rechte. Einfach so, beim Laufen. Wahrscheinlich ob meines Ganges, der in letzter Zeit immer tiefer und schlurfender wurde, vielleicht ob meines Kniegelenkes, das sich mit jedem Schritt ein wenig mehr abreibt.

Ich hab ein Pflaster über die Wunde geklebt, um keinen Dreck hinein zu bekommen. Und mein dummer Fuß hat nicht bemerkt, dass ihm der Zeh fehlte, hat sich einfach weitergewälzt und den Zeh unter sich begraben. Der dumme, dumme Fuß. Jeden Schritt, den ich gehe, drängen sich mir Schmerzen durch die Beine, kalt und grau pfeift der Wind durch die Stelle, wo ehemals der große Zeh war, kalt und grau zieht es zum Knie hinauf und heiß und brennend weiter. Jeder Schritt reibt mir die Knie auf. Ich bin in die Apotheke gegangen und sagte, ich wolle eine große Mullbinde. Am besten gleich zwei und in der Apotheke hab ich sofort meine Knie verbunden, damit ich diese verdammte Stelle nicht mehr sehen muss, wo sich der Schmerz hinauf frisst. Wie ein übergroßer Kopf, wie eine große Eiterbeule schlingt sich der Verband um die Gelenke und ich sehe trotzdem noch die Stelle, wo die Knie sich abreiben und fühle den Sand in den Mullbinden.

Meine Füße nur noch schwarze tönerne Stummel, meine Beine schwarze tönerne Stöcke.

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